COLOURFUL PASSION:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
2022
Einzelausstellung
kunst galerie fürth
Text: Susann Scholl
Die Fürther Künstlerin Barbara Engelhard
versetzt
die kunst galerie fürth in beste
Farbenlaune und
rückt dieLust am Sehen
in den Mittelpunkt ihrer
erfrischenden
Einzelausstellung mit dem Titel
Colourful Passion.
Schon die frühe Moderne entdeckte die Farbe
im
Bildalseigenständigen Ausdrucksträger.
Für die
Künstlerin Sonia Delaunay (1885–1979)
war sie die „Haut der Welt“, die alles überzieht.
Nicht
minder begeistert durchdringt eineleuchtend
bunte
Farbigkeit die Bilder und Installationen von
Barbara
Engelhard.
Mit einem buntgestreiften Teppich, der schon
vor der Tür der kunst galerie fürth beginnt,
zieht sie die Besuchenden regelrecht in ihr Werk
hinein. Die
farbigen Streifen enden, präzise zur
linearen Komposition geordnet, unter dem Glas
eines Bilderrahmens. Und damit führt uns
Engelhard direkt zum Kern ihrer künstlerischen
Arbeit: Ihre Malmaterialien sind handelsübliche
Produkte, die sie dem eigentlichen Zweck
entfremdet. Es sind einfache Dinge, die aus dem
Alltag vertraut sind: Klebeband, neonfarbene
Post-it-Streifen oder ganz und gar unnatürlich
erscheinende Kunstrasenstücke, deren
Inanspruchnahme als geometrische
Kompositionselemente uns ein verschmitztes
Lächeln entlocken.
Und so sind auch die Farben keine individuellen
Mischungender Künstlerin, sondern entstammen
der Palette industriell eingefärbter Produkte.
Engelhard führt dies besonders augenscheinlich
in einer Installation vor Augen, bei der mehrere
Pinsel von der Decke hängen, aus denen eben
keine Künstlerfarbe tropft, sondern glänzende
Satinbänder fließend zu Boden fallen.
In den Arbeiten ist eine ähnliche Lust am Spiel
mit Farbe undAlltagsdingenzu spüren, wie im
Werk des Schweizer Künstlers Beat Zoderer.
Doch arbeitet sich die Fürther Künstlerin nicht
am Kanon der ungegenständlichen Kunst ab,
sondern zeigt ein großes Interesse daran, mit
ihren Arbeiten eine Basis für Kommunikation zu
schaffen. Indem sie mit kunstfremden Dingen
Bilder erzeugt, die aus der Kunstgeschichte
vertraut sind, entsteht ein Irritationsmoment,
das sie nutzt, um die Distanz zwischen Werk
und Betrachtenden aufzubrechen.
Und so scheint die Intention des eingangs
erwähnten Bildes beim Hinausgehen genau
umgekehrt, als wolle die Kunst ihre Grenzen
verlassen und aus dem Museumsraum
hinausfließen, sich unter die Leute mischen
und unsere Sicht auf den Alltag verändern.
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